Der Vater – 19.03.2020

Der Vater – 19.03.2020

Der Vater sah ihn schon von weitem kommen, und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küßte ihn.
Lukas-Evangelium 15, 20

Es war ein außergewöhnlich heißer Sommertag, als eine arme, zerlumpte Gestalt die Landstraße hinunterwanderte. Magen und Taschen waren leer und die Kleidung zerlumpt und dreckig, – sie stank nach Schweinemist. Oft blieb er stehen, schaute auf den Hof in der Ferne und seufzte tief. „Ob sie mich wieder aufnehmen? Ob sie mir vielleicht einen kleinen Platz im Stall geben? Ob ich dort ein Dach, Arbeit und etwas zu essen finde? Ob sie mich überhaupt wiedererkennen? Ob sie mich wieder hinausschmeißen? Verdient hätte ich es ja, nachdem ich mich so schäbig gegen sie verhalten habe. Das ganze mühsam verdiente Geld sinnlos verbraten, nein, was war ich für ein Idiot. Aber der niedrigste Knecht hat es bei meinem Vater besser als ich es habe; – ich will es versuchen.“ Und so schritt er langsam und mutlos weiter.
Der Vater stand an der Straße. Jeden Morgen stand er dort und hielt Ausschau. Ob der Sohn heute wiederkommt? Und am Mittag und am Abend ging er ebenfalls hinaus und spähte in die Ferne:Wo bleibt er denn nur?
Doch diesmal sah er die elende Gestalt. Er rieb sich die Augen und sah noch einmal hin. Ja, das ist er, ich kenne seinen Gang! Und der Alte lief los, fiel dem Sohn um den Hals, küßte und herzte ihn. Und als der Junge seinen Spruch aufsagen wollte: Vater, ich habe alles Falsch gemacht, vergib mir! – Da ließ er ihn gar nicht zu Wort kommen. Er war so froh, daß sein Junge wieder zu Hause war! Und sofort steckte er ihn in die Badewanne, besorgte saubere Kleidung und organisierte ein Freudenfest. Er war so froh, daß er nicht nach dem Geld fragte und nach allem, was der Sohn so angestellt hatte. Er liebte seinen Sohn.
So ist es mit Gott. Wie sehr wartet Er auf Seine Kinder! Und die laufen in der Welt herum und treiben alles mögliche. Sie kümmern sich nicht um den Vater. Erst wenn sie am Ende sind, dann kommt der Gedanke: Zurück zum Vater! – Wie gut, daß ER Seine Kinder wirklich liebt!
Und wenn Du es ernst meinst, dann nimmt Er dich in den Arm und drückt dich an sich. ER ist nicht nachtragend. ER freut sich, wenn du endlich kommst!!

Vater, ich komme zu Dir. Ja, ich bin total verschmutzt und verdreckt, ich habe so viel Schuld auf mich geladen, ich bin es nicht mehr wert Dein Kind zu sein! Aber wegen Deiner Liebe komme ich zu Dir: Ich will Dein Kind sein! Vergib mir, wasche mich rein von allem Dreck und laß mich bei Dir leben. Ich liebe Dich!


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