Zachäus, eine Erzählung – 22.11.2020

Zachäus, eine Erzählung – 22.11.2020

Jesus sagt:
Zachäus, komm schnell!
Lukas 19, 5

Jesus war auf dem Weg nach Jerusalem. Nur Er wußte, was auf Ihn wartete. ER hatte es den Jüngern schon einige Male gesagt, doch sie schienen es nicht zu hören. Auf dem Weg nach Jerusalem kam Er nach Jericho. Viele Menschen begleiteten Ihn und ein Blinder, der dort bettelte, schrie: Jesus, Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir! – Jesus ließ ihn kommen und heilte seine Augen. Alle, die das sahen, lobten Gott. Und man kann sich vorstellen, wie sich Jesu Ruf in der Stadt ausbreitete. Jesus kommt! – war überall zu hören, und die Leute liefen zusammen, um Ihn zu sehen, der die Blinden sehend macht. Jesus kam nur langsam voran, – es waren zu viele Menschen.
In Jericho wohnte ein Mann, der oberste Zollpächter, der durch Korruption reich geworden war. Er hieß Zachäus. Auch er wollte gern sehen, wer dieser Jesus war. Doch die Menschenmenge versperrte ihm die Sicht; denn er war sehr klein. Er versuchte sich überall zwischen zu drängen, aber es gelang ihm nicht, – es waren zu viele Menschen. Da kam ihm eine Idee: Er lief voraus auf dem Weg, den Jesus gehen mußte, und kletterte auf einen kleinen Baum, einen Maulbeerbaum. Dort lag er in den Zweigen und sah sich das Treiben unten an. Und dann sah er Jesus, wie Er durch die Menge ging. O, dachte er, das ist ein Mann! – und er war fasziniert von Jesus, von Seiner Freundlichkeit, Seiner Geduld und Seiner Würde. Wie ein gütiger, starker König, so dachte Zachäus. Er bewunderte diesen Jesus, von dem er schon so viel gehört hatte und freute sich, daß er Ihn nun endlich sah. Da blieb der Zug auf einmal stehen. Jesus sah sich suchend um, und dann sah Jesus in den Baum hinauf, als ob Ihm jemand gesagt hätte, Zachäus wäre da.  Jesus sah Zachäus in die Augen, und Zachäus sah in diesen Augen die ganze göttliche Liebe, die Annahme seiner Person, die ihm das ganze Leben lang gefehlt hatte, die Freundlichkeit Gottes, die ganze Tiefe Gottes sah Zachäus. Und er merkte, daß Jesus ihn genau kannte, und dennoch nicht verurteilte. Wohlwollend sah Jesus ihn an, als Er sagte: Zachäus, komm schnell herunter! Denn heute muß ich in deinem Haus zu Gast sein! – Zachäus wunderte sich nicht mehr, daß Jesus seinen Namen kannte, – Gott kennt ja schließlich jeden Menschen mit Namen. Er kletterte, eigentlich rutschte er in der Eile den Baum herunter und nahm Jesus freudig bei sich auf. Er war so stolz, daß er einen halben Meter wuchs ….
Alle anderen hatte Jesus links liegen lassen, aber bei ihm wollte er Gast sein. Nicht bei den stolzen Pharisäern, nicht bei den obersten Priestern, nicht bei den Gelehrten, sondern bei ihm, dem Zöllner. Die Leute allerdings wurden ärgerlich und empörten sich und redeten schnell schlecht über Jesus. Wenn Er ein Prophet wäre, würde Er Zachäus genau kennen und nicht zu ihm gehen! So wurden die Leute böse auf Jesus anstatt sich mit Ihm und Zachäus zu freuen.
Es wurde ein sehr fröhliches Mahl gehalten. Zachäus war bestens gelaunt, denn er hatte einen echten Freund gefunden. Jesus hatte ihn von den Minderwertigkeitskomplexen wegen seiner kleinen Körpergröße geheilt. ER hatte das große Liebesdefizit in Zachäus geheilt und Liebe ohne Ende in sein Herz ausgeschüttet. ER hatte alles vergeben, was Zachäus angestellt und betrogen hatte. ER hatte einen echten Menschen aus Zachäus gemacht, einen freundlichen, fröhlichen, liebenswerten Menschen. Zachäus war sooo froh! Er sah Jesus an und meinte: HErr, ich brauche das Geld nicht mehr. Die Hälfte werde ich den Armen geben. Und wo ich jemanden betrogen habe, so werde ich es ihm vierfach erstatten. – So war seine Vergangenheit bereinigt und Jesus war stolz auf ihn. ER sagte zu dem ehemaligen Mafia-Chef, dem Oberganoven, dem verlorenen Schaf: Heute ist diesem Haus das Heil geschenkt worden, weil auch dieser Mann ein Sohn Abrahams ist. Denn der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist.

Danke Jesus, für die Rettung! Du hast auch mich angenommen und nennst mich Dein Kind. Wie gut das tut! Danke, Du hast mich erwählt, weil ich ohne Dich verloren wäre. Danke!!


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