Ökumene – 27.11.2020

Ökumene – 27.11.2020

Alle sollen eins sein: Wie Du, Vater, in mir bist und ich in Dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, daß Du mich gesandt hast.
Johannes 17, 21

Dieses ist ein Vers aus Jesu Fürbitte für die, die an Ihn glauben werden.
Alle sollen eins sein: Alle, die an Jesus glauben, sollen eins werden. Es steht nicht  da, dass sie ständig einer Meinung sein werden, sondern, daß sie eins sind trotz verschiedener Meinungen; – so wie bei echten Geschwistern auch.  Viel Streit und Kampf, aber wenn jemand von außen dazwischen gehen will, dann halten die Geschwister zusammen, sie sind eins. (Ich hatte einen Bruder, mit dem stritt und kämpfte ich. Aber wir waren Brüder und nach außen hielten wir zusammen, bis heute.)
Ich kenne gar keinen Christen, mit dem ich zu hundert Prozent einer Meinung über die Bibel bin. Es gibt immer kleine oder größere Unterschiede in der Auslegung und Anwendung der Verse. Aber dennoch sind sie meine Brüder und Schwestern, und wegen dieser Verschiedenheit schlagen wir uns nicht die Köpfe ein.
Es gibt so viele Kirchen und alle haben eine eigene Geschichte und Tradition. Sie haben alle irgendwo eine Sache, die sie besonders macht. Darauf sind sie stolz und das ist wohl auch richtig so. Aber deshalb sind die anderen nicht vom Teufel oder unverständig oder sonstwie dumm.
Als ich den Dienst an der Waffe verweigerte und Zivildienst machte, saß ich eines Abends neben einem Bruder, der aus Überzeugung zur Armee gegangen war; – wir verstanden uns prächtig. Ja, so ist es unter Brüdern: Auch wenn wir verschiedene Standpunkte haben, haben wir dennoch einen einzigen HErrn. Wie gut das tut, wenn man sieht, wie sehr sich die Leute wegen Viren und Präsidenten streiten, mit welcher fanatischen Inbrunst sie ihre Meinungen verteidigen und aufeinander einschlagen! Ne, wir sind Geschwister, und wir haben einen einzigen HErrn.
Ökumene ist diese gelebte, herzliche Einheit trotz Verschiedenheit. Wer Jesus im Herzen hat, gehört dazu. Es ist die Kirche Jesu, Seine Gemeinde, die Er sich aus allen Kirchen heraus- und zusammenruft.
Ökumene ist nicht: Wir  glauben alle irgendwie an einen Gott, und deshalb sind wir alle Kinder Gottes und Geschwister. Das ist zu unkonkret, zu sehr emotional, zu schwammig. Jesus unterscheidet sehr genau zwischen Seinen Nachfolgern und Menschen, die irgendwie religiös sind.

Danke Jesus, daß ich überall auf der Welt Geschwister habe! Danke, daß Du diese Einheit herbeiführst! In dieser Einheit liegt viel, viel Kraft. Hilf, daß wir einander vergeben und einander höher achten als uns selbst! Schenke Demut! Danke, Du wirst es schaffen! Amen!!

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