„Falsches“ Beten – 03.09.2017

„Falsches“ Beten – 03.09.2017

Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet.
Matthäus 7, 7
So ist Jesu Wort. Aber unsere Erfahrung ist, daß wir oft nichts bekommen, obwohl wir bitten. Wo liegt der Fehler: Ist Jesu Wort nicht wahr, oder haben wir etwas falsch verstanden?
In Lukas 18, 9f erzählt Jesus ein Beispiel vom Beten: Zwei Männer gingen zum Tempel hinauf, um zu beten; er eine war ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stellte sich hin, und sprach leise dieses Gebet: Gott, ich danke dir, daß ich nicht wie die anderen Menschen bin, die Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner dort. Ich faste zweimal die Woche und gebe dem Tempel den zehnten Teil meines ganzen Einkommens. Der Zöllner aber blieb ganz hinten stehen und wagte nicht einmal, seine Augen zum Himmel zu erheben, sondern schlug sich an die Brust und betete: Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser kehrte als Gerechter nach Hause zurück, der andere nicht. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden.
Jesus selbst sagt, das Gebet des Pharisäers ist eigentlich eine Frechheit und wird nicht gehört.
Ähnliches finden wir in Jakobus. Auch dort wird über Gebete gesprochen, die nicht gehört werden. Kap. 4, 2f: Ihr erhaltet nichts, weil ihr nicht bittet. Ihr bittet und empfangt doch nichts, weil ihr in böser Absicht bittet, um es in euren Leidenschaften zu verschwenden.
Es ist also einmal dieses Überhebliche, Stolze, Richtende, das Gott abstößt, so wie sich die Pole an Magneten abstoßen. Und zum andern ist es unser Egoismus, der sich im Gebet versteckt. Ich brauche; ich muß dies haben; hilf mir, das zu vollbringen; gib mir Kraft; ich fühle mich so traurig …..
Der Zöllner suchte Gott, obwohl er ein ziemlich großer Sünder war. Er wußte das, und darum wagte er kaum, sich Gott zu nähern. Aber Gott ist gnädig, wenn jemand demütig ist. ER ist ein liebevoller Vater, wenn jemand Sein Kind sein will, und ER ist ein großzügiger König, wenn jemand Seinen Willen sucht.
Im Vater-Unser heißt es ja: Dein Wille geschehe auf Erden, so wie im Himmel. Sein Wille geschieht schon im Himmel, und wir wollen, daß er auch auf Erden geschieht. Darum beten wir!
Als Jesus in Gethsemane betete und Todesangst hatte, sagte ER Seinen eigenen Wunsch: Vater, wenn es möglich ist, laß diesen Krug an mir vorübergehen! Aber Dein Wille geschehe.  ER hatte Seine Wünsche ausgesprochen, aber stellte sich und alles unter Gottes Willen. Das war Seine Herzenseinstellung und nicht eine fromme Phrase.
Wenn wir beten, sollen wir sehr gut überlegen, was wir denn beten wollen. Wir können sogar im Gespräch mit Gott unsere Bitten gemeinsam überlegen. Aber wir sollen in Seiner Gegenwart sein und beten, was Ihm auf dem Herzen liegt. Gebet ist kein Gespräch mit einem „Gegenüber“, sondern mit dem, der in uns wohnt. Wir senden keine Nachrichten und Gebetslisten an Gott und sagen Amen, sondern wir reden miteinander. Das ist ein sehr, sehr großer Unterschied!!

O HErr, hilf mir beten!


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